Wer führt eine Vasektomie durch?

FAQ Vasektomie / Sterilisation Mann

Die Vasektomie-Operation wird von niedergelassenen Urologen und teilweise auch von Urologen in Krankenhäusern durchgeführt. Meist hilft ein Blick auf die Website des Urologen oder des Krankenhauses, um zu sehen, ob die Vasektomie Bestandteil des Leistungsangebotes ist.

Im Allgemeinen kann man sagen, dass fast jeder niedergelassene Urologe, welcher ambulant operiert, auch die Vasektomie in seinem OP-Katalog führt.

Was sind zusammengefasst die Folgen der Vasektomie?

Bei der Vasektomie werden ausschließlich die Samenleiter durchtrennt. Das bedeutet, dass Samenzellen nicht mehr in die Samenflüssigkeit gelangen. Eine Vasektomie ist keine Kastration. Es sind keine Folgen an Penis oder Hoden zu erwarten, sämtliche sexuellen und hormonellen Funktionen werden aufrecht gehalten. Dazu zählen u.a. das Interesse an Sex (auch Libido genannt) oder die Körperbehaarung. Es wird weiterhin Samenflüssigkeit produziert. Erektionen und Ejakulationen finden weiterhin statt.

Die Folge einer Vasektomie - und somit der einzige Unterschied zur Zeit vor der Vasektomie - ist der, dass nun keine Samenzellen / Spermien im Ejakulat mehr vorhanden sind.

Ab wann wirkt die Vasektomie? Ist man sofort unfruchtbar?

Vorsicht! Man ist nicht mit 100%-iger Sicherheit sofort unfruchtbar. Um sicher zu gehen, sollten die Spermientests bzw. Samenanalysen nach der Vasektomie abgewartet werden. In der Regel werden zwei - drei Tests nach dem Eingriff durchgeführt und es wird geprüft, ob sich noch Spermien im Ejakulat befinden. Daher sollte solange anders verhütet werden, denn fruchtbare Spermien können noch Wochen bis Monate nach der Vasektomie im Samenleiter sein.

Kann es bei der Vasektomie zu Komplikationen kommen?

Die Durchführung der Vasektomie wird als sehr risikoarm bezeichnet. Dennoch sind Komplikationen möglich und es bestehen Risiken, wenn auch geringe. Zu erwähnen sind u.a.:

  • Blutungen und Infektionen (sehr selten)
  • Hoden- oder Nebenhodenentzündung (extrem selten)
  • ausbleibender Erfolg - also weiterhin Spermien im Ejakulat (sehr unwahrscheinlich / 1:1000)

Auch wenn der Eingriff perfekt durchgeführt wurde, können weiterhin Spermien im Ejakulat vorhanden sein. Es können also unter Umständen trotz Vasektomie immernoch Spermien durch mögliche "Lücken" bei den verschlossenen Samenleiterenden gelangen. Man spricht hier von einer Rekanalisation, die im Allgemeinen innerhalb der ersten 2-3 Monate nach dem Eingriff vorkommt (in sehr seltenen Fällen auch noch Jahre nach der Vasektomie-Durchführung).

Beim Beratungsgespräch wird ein seriöser Facharzt alle möglichen Risiken nennen und erklären. Bestehende Fragen wird der Facharzt entsprechend kompetent beantworten können.

Ist die Durchführung der Vasektomie schmerzhaft?

Nein. Nur das Geben der Lokalanästhesie kann in geringem Maße als unangenehm empfunden werden. Mit Wirkung des Mittels sind keine Schmerzen zu spüren. Es gibt Männer, die während des Eingriffes ein leichtes Ziehen wahrnehmen.

Sind nach der Sterilisation beim Mann Schmerzen zu spüren?

Nach der Sterilisation beim Mann kann es vorkommen, dass man an der Operationsstelle berührungsempfindlich ist, was allerdings vollkommen normal ist. Nach zwei bis drei Tagen Ruhe ist der Alltag wieder normal möglich. Erster Sex nach dem Eingriff ist nach ca. 7 Tagen wieder möglich.

Kann nach einer Vasektomie alles wieder rückgängig gemacht werden?

Es besteht in vielen Fällen die Möglichkeit, die bei der Vasektomie durchtrennten Samenleiter chirurgisch wieder zu verbinden. Hier handelt es sich um einen mikrochirurgischen Eingriff, der als Vaso-Vasostomie oder Refertilisierung bezeichnet wird. Der Eingriff ist teurer als die Vasektomie und es besteht keine Garantie bzgl. der Funktions-Wiedererlangung.

Wichtig: Die Vasektomie muss als endgültiger Vorgang gesehen werden. Seriöse Urologen und Fachärzte weisen ausschließlich darauf hin, dass die Durchführung der Vasektomie nur Sinn macht, wenn tatsächlich kein Kinderwunsch mehr besteht und die Familienplanung abgeschlossen ist. Beide (Mann und Partnerin) sollten sich hier sicher sein.

Was passiert mit der Spermienproduktion nach der Vasektomie?

Die Samenzellen, welche im Hoden gebildet werden, werden vom Körper automatisch wieder abgebaut. Zusätzlich wird die Spermienproduktion auf Dauer gesehen reduziert. Ein sogenannter „Spermienstau“ wird vermieden.

Männer, welche Jahre nach der Vasektomie bspw. über Schmerzen in der Leistengegend berichten, sollten sich von einem Arzt medizinisch untersuchen und beraten lassen. Ein Samenstau einige Jahre nach dem Vasektomie-Eingriff ist nicht möglich. Es könnte sich bspw. um eine vorübergehende stärkere Durchblutung mit Schwellung des Samenstranges, die auf die Nervenrezeptoren drückt, handeln.

Da die Samenzellen nur einen sehr kleinen Teil des Ejakulats ausmachen, ist nach der Vasektomie auch der Samenerguss nahezu unverändert - nur die fruchtbaren Spermien fehlen.

Nach wievielen Samenergüssen sind die Spermien i.d.R. ausgeschieden?

Wurde eine Vasektomie durchgeführt, sollte weiterhin verhütet werden. Denn es kann mehrere Monate dauern, bis der sterilisierte Mann unfruchtbar ist. In den oberen Samenleiter-Abschnitten können sich direkt nach dem Eingriff noch Spermien befinden. Daher werden Spermakontrollen durchgeführt, meist 6 bis 8 Wochen nach dem Eingriff die erste Probe und 12 bis 16 Wochen nach dem Eingriff die zweite Probe. Hier wird festgestellt, ob noch befruchtungsfähige Spermien in der Samenflüssigkeit sind. Im Allgemeinen braucht es ca. 20 Samenergüsse, bis alle Spermien ausgeschieden sind. Sicherheit geben jedoch nur die Spermatests. Doch nicht nur aus diesem Grund sind Spermakontrollen wichtig, auch kann damit geprüft werden, ob es in seltenen Fällen zu einer Rekanalisierung gekommen ist.

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