Vasektomie und Sterilisation beim Mann - Einleitung:

Informationen / Einleitung zur Vasektomie

Als Vasektomie wird die Sterilisation des Mannes bezeichnet (auch Vasoresektion genannt). Sie dient der Verhütung und der Mann bzw. das Paar kann so einer Schwangerschaft vorbeugen. Aus aktueller Sicht gehört die Vasektomie zu den sichersten Methoden der Empfängnisverhütung. Mit Hilfe eines kleinen, chirurgischen Eingriffs kommt es zur Durchtrennung der Samenleiter. Damit wird erreicht, dass sich im Ejakulat keine Samenzellen mehr befinden und somit eine Vaterschaft zu beinahe 100% auszuschließen ist (Pearl Index nahezu bei 0). Die Vasektomie wird im Allgemeinen in örtlicher Betäubung oder in leichtem Dämmerschlaf durchgeführt. Bei Wunsch und entsprechenden Voraussetzungen kann die Vasektomie auch in Vollnarkose durchgeführt werden. Es handelt sich bei der Vasektomie zwar um eine Operation, jedoch gilt sie als unkompliziert. Trotzdem ist es hilfreich, die Vasektomie von einem Urologen durchführen zu lassen, der Vasektomien oft durchführt. So kann der Mann (Patient) mit einer entsprechenden Erfahrung und Routine des Operateurs rechnen.

Durch eine Vasektomie bzw. durch eine Sterilisation beim Mann ändert sich an der Potenz, der Lust auf Sex, der Erektionsfähigkeit und der Ejakulationsfähigkeit nichts. Der wesentliche Unterschied liegt darin, dass die Samenflüssigkeit nun keine Spermien mehr enthält. Dadurch besteht seitens des Mannes oder des Paares die Gewissheit, dass eine ungewollte Schwangerschaft nicht mehr ohne Weiteres eintreten kann. Abschließend vertreten Männer, bei denen eine Vasektomie durchgeführt wurde, die Meinung, ihre Lebensqualität und ihr Sexualleben haben sich verbessert oder seien unverändert.

Vasektomie - Eine der sichersten Verhütungsmethoden:

Ist die Familienplanung abgeschlossen und der Mann bzw. das Paar ist sich sicher, keine Kinder haben zu wollen, stellt die Vasektomie und Sterilisation des Mannes eine vielversprechende Alternative der Verhütung dar. Vor allem gilt die Vasektomie als zuverlässige Verhütungsmethode. Wurde einmal eine Sterilisation durchgeführt, braucht man sich keine Gedanken mehr zum Thema Verhütung zu machen.

Denken Paare über eine Sterilisation nach, sind meist zwei wesentliche Punkte wichtig. Der geeignete "Kandidat" bzw. das Paar hat ein gewisses Alter (normalerweise ab 30 Jahre) und Kinder sind bereits vorhanden. Oder man ist sich sicher, nie Kinder zu wollen. Zusätzlich lebt das Paar schon mehrere Jahre in einer Beziehung zusammen. Zusammengefasst: Die Kinderplanung ist abgeschlossen!

Ist die Entscheidung für eine Sterilisation gefallen, folgt die Frage, ob beim Mann oder bei der Frau die OP durchgeführt wird. Punkte wie vorliegende Krankheiten, Lebensalter oder psychische Belastbarkeit sind hier zur Beantwortung der Frage wichtig. Parallel dazu sollte sich das Paar von einem Arzt beraten lassen. Der Arzt klärt über Risiken, den Ablauf der Sterilisation und deren Konsequenzen auf. Entsprechende Beratungsstellen, wie u.a. Pro Familia, können ebenfalls zur Beratung aufgesucht werden.

Vergleicht man die Sterilisation eines Mannes – also die Vasektomie – mit der Sterilisation der Frau, kann festgestellt werden, dass die Sterilisation des Mannes ein kleinerer Eingriff ist. Bei der Vasektomie treten weniger Komplikationen auf und der Eingriff ist kürzer. Die Sterilisation der Frau hingegen wird grundsätzlich in Vollnarkose durchgeführt (stationär oder ambulant), was für den Körper belastender ist.

Teilweise findet die Vasektomie auch aus medizinischen Gründen statt, u.a. dann, wenn bestimmte genetische Erkrankungen vorliegen. Auch hier ist es notwendig, sich vom entsprechenden Facharzt bzw. Urologen individuell und ausführlich beraten zu lassen.

Vasektomie - Das Ziel:

Der natürliche Transport der Spermien soll durch die Trennung der Samenleiter unterbrochen werden. Demzufolge kann eine Befruchtung der Eizelle nicht stattfinden. Eine Schwangerschaft wird somit verhindert.

Nach der Vasektomie ist der Samenerguss fast unverändert. Spermien sind nun im Ejakulat nicht mehr vorhanden. Für die Bildung der Samenflüssigkeit ist hauptsächlich die Prostata (männliche Vorsteherdrüse) verantwortlich.

Nach der Vasektomie ist vor der Vasektomie, das bedeutet, alles andere bleibt unverändert (Erektionsfähigkeit bzw. Penisversteifung, Samenerguss und Potenz, das Empfinden eines Orgasmus, das Lustempfinden bzw. die Lust auf Sex). Auch die Produktion des männlichen Sexualhormons Testosteron läuft in gewohnter Weise ab, ebenso bleibt die Funktion der Hoden und die Hormonproduktion erhalten.

Die Samenzellen, die sich im Hoden bilden, werden vom Körper automatisch wieder abgebaut. Auf lange Sicht verringert sich die Produktion der Spermien im Hoden, so dass ein "Spermienstau" nicht auftritt.

Vasektomie - Die Kosten:

Die Durchführung der Vasektomie ist keine Kassenleistung, sondern muss privat bezahlt werden. Die Kosten der Vasektomie werden also nicht von den gesetzlichen oder privaten Krankenversicherungen übernommen. Eine Abrechnung erfolgt anhand der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Ausnahmen bzgl. der Kostenübernahme bestehen nur dann, wenn eine medizinische Notwendigkeit zur Durchführung der Vasektomie besteht. Im Durchschnitt liegen die Kosten inklusive professioneller und fachgerechter Betreuung nach der Vasektomie (bspw. mit Spermiogramm-Kontrollen) bei ungefähr 450 - 600 Euro (abhängig u.a. von dem Narkoseverfahren und der Technik).

Vasektomie - Rückgängig machen:

Mit Hilfe modernster Mikrochirurgie besteht die Möglichkeit, die bei der Vasektomie durchtrennten Samenleiterenden wieder zusammenzuführen (auch einige Jahre nach der Vasektomie). Doch gibt es hier keine Garantie, dass danach die Zeugungsfähigkeit wieder hergestellt ist. Der Eingriff wird als Vaso-Vasostomie oder Refertilisierung beim Mann bezeichnet und ist kostenintensiver als die Vasektomie.

Mehr Informationen: Vasovasostomie oder Refertilisierung beim Mann